Jahreshöhepunkt gleich zu Beginn der Saison

 

Die Saison 2019 startete für Simon Schneller vom TV Oberlenegnhardt/ Team BULLS vom 17.-24. März in Südafrika mit dem Absa Cape Epic, dem aktuell bedeutendsten Mehrtagesrennen weltweit. Auch bekannt als Tour de France des Mountainbikes. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen bereitete sich Simon über den Winter vier Monate lang, unter anderem in drei verschiedenen Trainingslagern im Süden, auf dieses besondere Rennen vor. Gestartet wurde jeweils in Zweierteams. Simons Mitstreiter war sein BULLS-Teamkamerad Martin Frey, mit dem er bereits letztes Jahr bei zahlreichen Wettkämpfen gemeinsam an den Start ging. Die Beiden kennen sich sehr gut und sind mittlerweile ein eingespieltes Team. BULLS stellte noch zwei weitere Teams (Leader-Teams) und die Hauptaufgabe von Simon und Martin war, wie bereits im Vorjahr, diese beiden Teams während des Renngeschehens zu unterstützen. Sie halfen ihnen bei Defekten mit eigenem Material aus, spendeten ihnen Windschatten oder fuhren für sie Lücken nach vorne zu. Ohne ein so genanntes Support-Team hat kein Duo bei diesen extremen Bedingungen und Belastungen in Südafrika eine Chance auf den Gesamtsieg.

Innerhalb von acht aufeinanderfolgenden Tagen mussten die Mountainbiker/innen 624 Kilometer und 16550 Höhenmeter bewältigen. Fast 3/4 der gesamten Strecke verlief auf sandigen, staubigen Wegen. Der Rest verlief größtenteils auf Singletrails. Aufgrund der Tatsache, dass das Absa Cape Epic immer mehr an Bedeutung in der Mountainbike-Szene gewinnt, gingen in diesem Jahr nochmal mehr Fahrer/innen an den Start. Rund 700 Teams aus aller Welt nahmen die Strapazen dieses Wettkampfes auf sich.

Gestartet wurde am 17. März mit einem 20 km langen Prolog am Fuße des Tafelbergs in Kapstadt. Für Simon und Martin hätte der Start in den Wettkampf kaum besser laufen können. Sie belegten Rang 17, mit sehr geringen Zeitrückständen nach vorne. Am darauffolgenden Tag erreichten die Beiden nach 111 km und 2700hm sogar den 10. Platz und erfüllten sich damit gleich zu Beginn eines ihrer gesteckten Ziele für dieses Rennen (ein Top 10 Resultat). Die beiden anderen BULLS Teams fuhren auf Platz 3 und 4.

Auch am dritten Renntag lagen die beiden Nachwuchsfahrer bis Kilometer 72 an ähnlich guter Position. Doch dann mussten sie einem ihrer Leader-Teams mit einem Laufrad aushelfen und verloren durch das Schlauch einziehen wertvolle Zeit. Anschließend bekam Martin dann noch Magenprobleme und so konnten sie auf dem Weg zum Etappenziel (nach 90km und 2250hm) nicht mehr alles geben. Am Ende des Tages landeten sie auf Rang 27. Auf der darauffolgenden Etappe (107km und 2800hm) hatte sich der Magen von Martin leider noch immer nicht ganz beruhigt. Dennoch gelang ihnen ein solider 16. Platz. Eins ihrer Leader-Teams schaffte sogar den Sprung aufs Podest und erreichte an diesem Tag Platz 2.

Am Tag Nummer 5 startete aufgrund der kürzeren Distanz (43km und 1000hm) jedes Team einzeln. Die Rangelei wäre sonst zu groß geworden. Für Simon und Martin lief es an diesem Tag sehr gut und so konnten sie sich erneut über einen 10. Platz freuen.

 

Spätestens ab dem 6. Tag haben die meisten Fahrer bereits morgens vor dem Start mit Erschöpfung zu kämpfen. Doch der Wettkampf ist gnadenlos und so wurde auch an diesem Tag von Beginn an das Tempo sehr hochgehalten. Trotz müden Beinen erreichten Simon und sein Teamkollege nach 100 km und 2850hm einen guten 14. Platz.

Am darauffolgenden Tag hatte Simon leider richtig Pech. Nach 38 Kilometern verfing sich ein dicker Draht an seinem Rad und führte zu einem Rahmenbruch. Nun galt es kreativ zu werden. An der nächsten technischen Zone befestigte er einen Imbus mit Klebeband an der beschädigten Stelle, um sie zu verstärken. Das Rennen konnte er so zwar zu Ende fahren, doch der Zeitverlust war mit dem Provisorium an diesem Tag nicht mehr aufzuholen. 1 Stunde und 10 Minuten nach den Siegern fuhren die Beiden schließlich über die Ziellinie. Die Hoffnung auf ein gutes Gesamtergebnis war damit leider dahin.

Trotz schlechtem Start konnten Simon und Martin am achten und damit letzten Tag mit einer beeindruckenden Aufholjagd den Wettkampfzu einem versöhnlichen Abschluss bringen. Rang 7 nach 70km und 1800hm ließ zumindest kurzzeitig das Pech des Vortages vergessen. Mit dem 20. Platz in der Gesamtwertung hatten sie ihr Ziel zwar nicht ganz erreicht, doch in Anbetracht der Umstände konnten sie auch damit sehr zufrieden sein. Zumal die Formkurve deutlich nach oben zeigt und sich das harte Training über den Winter ausgezahlt hat. Die beiden anderen BULLS-Team erreichten die Plätze 4 und 12 in der Gesamtwertung. Der Sieg ging an den Olympiasieger und Weltmeister Nino Schurter, der gemeinsam mit Europameister Lars Forster ein Team bildete.