Nach beeindruckenden 20 Jahren beendete Simon Schneller seine Mountainbike Karriere offiziell zum 31.12.2025. Sein Team BULLS löste sich zum Ende des Jahres auf und so wurde Simons Vertrag nicht mehr verlängert. Diese Tatsache gab Simon Anlass zum Nachdenken, Revue passieren lassen und Zukunft planen. In Deutschland gibt es kein vergleichbares Team auf Profiebene wie BULLS. Die Förderung des Mountainbikesport (im Vergleich zum Rennradsport) lässt in Deutschland leider immer noch sehr zu Wünschen übrig. Simon hätte zwar zu einem Team nach Spanien wechseln können, doch dieser Schritt wäre mit sehr großem Aufwand verbunden gewesen. Nachdem Simon in den vergangenen 3 Jahren neben seiner Profikarriere auch immer mehr in den elterlichen Betrieb in Oberlengenhardt eingestiegen ist, wäre der Schritt nach Spanien nicht machbar gewesen. Daher entschied sich Simon dafür seine sportliche Laufbahn zu diesem Zeitpunkt offiziell zu beenden und ist mit dieser Entscheidung auch absolut im Reinen. Sein letztes Rennen bestritt er im vergangenen Oktober in Italien.
Doch blicken wir zurück... Simon erinnert sich noch genau an sein erstes Mountainbike Rennen in Oberlengenhardt. Damals war er gerade einmal 6 Jahre alt und die Leidenschaft fürs Fahrrad fahren war bereits sehr groß. Noch heute weiß er seine damalige Platzierung (8.Rang).
In den darauf folgenden Jahren kamen immer mehr Wettkämpfe in einem immer größer werdenden Radius hinzu. Zuerst innerhalb Deutschlands, dann Europas und schließlich der ganzen Welt. Der Sport nahm einen immer größeren Stellenwert in Simons Leben ein. Auch die Erfolge wurden immer beeindruckender und so war es nicht verwunderlich, dass er bereits mit 16 Jahren in den Landeskader Baden-Württemberg aufgenommen wurde. Von 2012-2017 war er Teil des Bike Junior Teams. Dadurch konnte er von einer weiteren wichtigen Sportförderung profitieren, was ihn wieder einen Schritt weiter in Richtung Profisport brachte. 2018-2020 wechselte er dann in das Nachwuchsteam von BULLS. Einer der größten Erfolge damals war der Deutsche Meister Titel 2019 in Freudenstadt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Simon noch primär im Cross Country Bereich unterwegs. Doch kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Simon gerade auf den längeren Distanzen noch erfolgreicher war. Im Jahr 2020 wurde Simon Teil des Profi Teams BULLS, das ihm wichtige Türen öffnete und es ihm ermöglichte von seinem Sport von nun an leben zu können. Simon studierte zwar nebenher trotzdem sehr erfolgreich Bauingenieurwesen (Schwerpunkt Bauleitung), doch der Fokus lag damals klar auf dem Sport. Die Rennen führten Simon in zahlreiche Länder innerhalb und außerhalb Europas und der Sport ermöglichte es ihm viel von der Welt zu sehen. So ging er beispielsweise 7 mal beim legendären "Cape Epic" in Südafrika an den Start. Feierte einen Weltcup Sieg in Lake Placid (USA) und gewann die Bronze Medaille bei der Europameisterschaft 2023 in Frankreich. Landschaftlich beeindruckten ihn insbesondere die Strecken in der Schweiz. Kulinarisch reiste er am liebsten nach Italien.
Für viele Nachwuchsfahrer in unserem Verein ist Simon ein absolutes Vorbild. Sein sportlicher Weg ist unumstritten herausragend. Trotz seiner Erfolge blieb Simon immer bodenständig, hielt dem TVO die Treue, beteiligte sich wann immer es ging weiterhin am wöchentlichen Vereinstraining, kam zu jeder Mitgliederversammlung (wenn er gerade im Land war). Dafür möchten wir ihm danken und ziehen den Hut vor seinen sportlichen Leistungen der vergangenen 20 Jahre. Für die Zukunft wünschen wir ihm von ganzem Herzen nur das Beste und freuen uns, dass Simon weiterhin Teil des Vereinslebens bleiben wird, in welcher Rolle auch immer.
Einen großen Dank möchte Simon an dieser Stelle seinen Eltern aussprechen. Seine Mutter Birgit unterstütze ihn über viele Jahre hinweg direkt am Streckenrand, fuhr ihn zu jedem Rennen und fieberte bis zuletzt bei jedem Rennen mit. Sein Vater Holger lehrte ihn insbesondere in Bezug auf seine Lebenseinstellung maßgeblich. Schon früh war Simon klar, dass von alleine nichts passiert. Wer etwas erreichen möchte im Leben, der muss auch dafür kämpfen und aktiv werden. Auch seinem Jugendtrainer Jörg Fader möchte Simon seinen Dank aussprechen. Er hat ihm insbesondere in seiner Fahrtechnik eine tolle Grundlage mit auf den Weg gegeben.